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Rathaus und Rathausvorplatz von oben
Das Unbegreifbare begreifbar machen

Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel verleiht Goldene Stadtplakette an Erna de Vries

Kaiserslautern, 04.12.2014

Als erste Frau in der Geschichte der Stadt Kaiserslautern und als zwölfte Trägerin erhielt Erna de Vries heute die Goldene Stadtplakette von Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel. „Mit dieser hohen Ehrung der Stadt Kaiserslautern möchten wir Ihnen für Ihr Engagement und Ihren Einsatz danken“, so der Oberbürgermeister. Auch die Bürgermeisterin Dr. Susanne Wimmer-Leonhardt und der Beigeordnete Peter Kiefer waren bei der Verleihung zugegen.

 

Erna de Vries wurde 1923 in Kaiserslautern geboren und ist eine der wenigen Überlebenden des Holocaust. Seit 1998 berichtet sie in Schulen und Bildungseinrichtungen über ihr Schicksal. Für ihre Verdienste ehrte die niedersächsische Gemeinde Lathen Erna de Vries mit der Ehrenbürgerschaft; die Bundesrepublik Deutschland verlieh ihr die Verdienstmedaille des Bundesverdienstkreuzes.

 

„Sie sind ein leuchtendes Beispiel für Vergebung, für ein gelebtes Miteinander und Toleranz“, so Weichel. In seiner Ansprache dankte das Stadtoberhaupt Erna de Vries, dass sie die Vergangenheit und ihre erlebte Geschichte in die Gegenwart hole und für jüngere Generationen das Unbegreifbare begreifbar mache. „Es ist von ganz entscheidender Bedeutung, dass wir bereits junge Menschen informieren, mit einbinden, mit Wissen – ja, auch mit Selbstbewusstsein ausstatten, damit die kommende Generation keinerlei greifbare Unsicherheiten und Ansatzpunkte mehr bietet, rechtsradikales Gedankengut auch nur annähernd in Köpfe und Gedanken junger Menschen zu lassen“, so Weichel.  „Frau De Vries, Ihre Vorträge, die Schilderung Ihrer Erlebnisse sind ganz wichtig zur Auf- und Verarbeitung der jüdischen Geschichte in Kaiserslautern in der NS-Zeit“, betonte Weichel und appellierte: „Unser aller Aufgabe ist es, die Geschichte wach zu halten, sich immer wieder zu erinnern, mahnen, dass Hass und Intoleranz in der heutigen Zeit keinen Platz mehr finden dürfen!“

 

Roland Paul vom Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde hielt eine Laudatio für Erna de Vries in der er ihr eindrucksvolles Leben sowie seine Begegnungen mit ihr skizzierte. Er war es, der Erna de Vries dazu bewegte, wieder zurück in ihre Heimatstadt zu kommen und auch hier über ihr Schicksal zu berichten.

 

Im Anschluss an die Verleihung berichtete Erna de Vries in ihrem Vortrag „Noch einmal die Sonne sehen“ stellvertretend für das Schicksal Hunderttausender von den damaligen schrecklichen Erlebnissen.



Autor/in: Sandra Janik-Sawetzki - Pressestelle
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