Kaiserslautern auf Facebook
Auf der offiziellen Facebook-Seite der Stadt Kaiserslautern postet die Pressestelle relevante Verwaltungsthemen aber auch andere Informationen rund um Kaiserslautern und das Leben in der Stadt.
Julius-Küchler-Straße zeigt beispielhaft enormen Aufwand bei Sanierungsmaßnahmen
Wenn eine Straße saniert wird, gibt es sehr viel zu beachten. Zu- und Abfahrten müssen geregelt sein, gegebenenfalls Umleitungsstrecken ausgewiesen sein. Eine zentrale Frage ist ferner, wo Leitungen verlaufen, und ob diese erneuert werden müssen. Besondere Beachtung aber bekommen Bäume, denn diese genießen seitens der Stadtverwaltung großen Schutz.
„Wir versuchen alles im Rahmen einer Baumaßnahme, um bestehende Bäume zu schützen“, erläutert Baudezernent Manuel Steinbrenner im Rahmen eines Ortstermins in der Julius-Küchler-Straße. Dort wird derzeit das Teilstück auf Höhe der Kita Minimax und der Schillerschule, also zwischen dem Pfeifertälchen und der Feuerbachstraße, saniert. Über die gesamte Länge dieses Teilstücks verschönern groß gewachsene, mehrere Jahrzehnte alte Platanen das Straßenbild, sorgen für Schatten und bieten wertvolle Lebensräume für Vögel und Insekten.
In welch vitalem Zustand die Bäume sind, bescheinigte kürzlich eine eigens für die Straßensanierung herangezogene Dendrologin. Dass im Rahmen einer solchen Baumaßnahme eine Baumgutachterin hinzugezogen wird, ist alles andere als selbstverständlich. „Wir halten das aber für das optimale Vorgehen in solch einem Fall. Durch die Fachleute können wir Zustand und Beschaffenheit der Bäume viel besser einschätzen, um diese sowohl in der Bauplanung als auch in der Bauausführung bestmöglich berücksichtigen zu können“, so der Beigeordnete.
Eine Besonderheit der Platanen in der Julius-Küchler-Straße ist, dass die Wurzeln wegen des felsigen Untergrunds nicht sehr tief reichen und dafür sehr flach und weitläufig ausgeprägt sind. Steinbrenner: „Daher haben wir früh in der Planung bereits die Entscheidung gefällt, den Bäumen mit ihrem Wurzelwerk mehr Raum zu geben.“ Die Straße wird dafür im Zuge der Sanierung auf eine Spur verkleinert und folglich zur Einbahnstraße. Auch einen Gehweg wird es auf der von Bäumen gesäumten westlichen Straßenseite nicht mehr geben, Parken ist nur in dafür vorgesehenen Parkbuchten möglich, wodurch die Zahl der Parkplätze von 33 auf 13 fällt. „Rund 800 m² können so entsiegelt werden, womit wir den Platanen mehr Luft zum Atmen geben können“, freut sich der Baudezernent über den positiven Effekt.
Für die Bauausführung bedeutet das feine flache Wurzelwerk: Behutsames Entfernen der Erde mit dem Saugbagger statt einfachem Abtragen mit grobem Gerät – also ein eher langsames, baumschonendes Vorgehen statt schnellstmöglicher Bauabwicklung. Dass all das nicht nur Zeit, sondern auch Geld kostet, ist klar. Knapp zehn Prozent der Gesamtbaukosten von 720.000 Euro entfallen im Falle der Julius-Küchler-Straße nur auf den Baumschutz. „Aber das ist es uns wert, wir kämpfen um jeden Baum!“, so Steinbrenner.
Nachpflanzungen und Neupflanzungen
Insgesamt 18.000 Stadtbäume gibt es in Kaiserslautern. Wenn ein Baum gefällt werden muss, gibt es mindestens eine Nachpflanzung. So kommen auf 396 Fällungen (Zeitraum: 2017 – Mai 2026) 415 geplante Ersatzpflanzungen.
Gemäß dem Klimaanpassungskonzept hat sich die Stadt 2020 verpflichtet, jährlich 20 Bäume zusätzlich zu diesen obligatorischen Ersatzpflanzungen neu zu setzen. Auch hier erfüllt die Stadt mehr als die reine Pflicht. Zwischen 2021 und 2025 wurden knapp 200 Bäume neu gepflanzt, davon alleine 60 im Zuge von Straßensanierungen und Straßenausbaumaßnahmen und 80 auf den Friedhöfen. Weitere größere Neupflanzungen fanden etwa im Rahmen des Neubaus der Schillerschule (28 zusätzliche Bäume) und bei der Neugestaltung des Schulhofs am Rittersberggymnasium (15 zusätzliche Bäume) statt.
Allerdings muss man festhalten, dass gerade in der Innenstadt Baumpflanzungen an vielen Stellen in der Praxis leider oftmals enge Grenzen gesetzt sind. Bei der Erschließung neuer Baumstandorte sind viele oft gegensätzliche Gegebenheiten gegeneinander abzuwägen und zu priorisieren. Fachübergreifende Verständigung etwa im Hinblick auf Ver- und Entsorgungsleitungen, Stadtbild sowie Straßen- und Parkraum ist daher zwingend notwendig, was eine Neupflanzung an vielen Stellen oft nicht oder nur erschwerend zulässt.
Wird ein Baum neu gepflanzt, wird darauf geachtet, dass es sich um klimaangepasste, stadtklimafeste, standortgerechte und nach Möglichkeit insektenfreundliche / biodiversitätsfördernde Baumarten handelt. Auch ein gewisser Anteil heimischer Baumarten wird bei der Baumauswahl berücksichtigt. Generell werden immer mehrere Baumarten gemischt, um das Risiko von Schädlingsbefall oder Krankheitsübertragungen an einem Standort zu minimieren und ferner auch möglichst vielen Ansprüchen – gerade auch in Hinblick auf die Biodiversität – gerecht zu werden. Bei den letzten Maßnahmen wurden u.a. Silber- und Winterlinden oder Hopfen- und Hainbuchen gepflanzt.
Autor/in: Pressestelle
Kaiserslautern, 08.09.2026